Warum ein KI-Trainer für ärztliche Gespräche?
Kommunikation ist im Medizinstudium ein Prüfungsfach — und im Klinikalltag eine der häufigsten Ursachen für Beschwerden, Missverständnisse und Behandlungsabbrüche. Trainiert wird sie bisher mit Schauspielpatienten: didaktisch hervorragend, aber teuer, personalintensiv und nur wenige Male pro Studium verfügbar. Das Ergebnis: Angehende Ärztinnen und Ärzte üben das schwierigste Gespräch ihres Berufs — eine schlechte Diagnose überbringen, mit einem verängstigten oder aggressiven Gegenüber umgehen — im Zweifel zum ersten Mal am echten Patienten. medi mentor schließt genau diese Lücke: beliebig oft wiederholbares Training, zu jeder Tageszeit, mit strukturierter Rückmeldung.
Die Verbundpartner
Medizinische Fakultät der MLU und Universitätsklinikum, mit über 300-jähriger Geschichte eines der führenden Zentren für medizinische Forschung und Lehre in Mitteldeutschland. Bringt die allgemeinmedizinische und didaktische Expertise ein.
Mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik: Expertise in digitaler Innovation, KI-Technologien und der wissenschaftlichen Evaluation.
Methodik, KI-Entwicklung und die praktische Umsetzung: aus wissenschaftlichen Erkenntnissen wird eine Anwendung, die Studierende tatsächlich benutzen.
Für wen ist medi mentor gedacht?
Die Gesprächsführung vor dem Staatsexamen so oft üben wollen, wie sie es brauchen — nicht so oft, wie das Budget für Schauspielpatienten reicht.
Speziell in der Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin, die zum ersten Mal eine schwere Diagnose überbringen müssen und dafür gern einen Probelauf hätten.
Die Kommunikationstraining skalieren wollen, ohne die didaktische Qualität aufzugeben — und die nachvollziehen können müssen, woran ein Feedback festgemacht wurde.
Was wir dabei erforschen
medi mentor ist ein Forschungsprojekt, kein fertiges Produkt — und die spannenden Fragen sind noch offen. Kann ein Sprachmodell eine Patientenrolle so konsistent halten, dass Übende sie ernst nehmen? Lässt sich Gesprächsqualität automatisiert so bewerten, dass die Rückmeldung didaktisch belastbar ist und nicht nur plausibel klingt? Und was passiert mit der Lernkurve, wenn man ein Gespräch nicht einmal, sondern zwanzigmal führen kann? Die Antworten entstehen im Zusammenspiel: Methodik und KI-Entwicklung von futurest, medizinische und didaktische Expertise von unseren Partnern in Halle.
Aktueller Stand: Der Prototyp ist fertiggestellt. Als Nächstes gehen wir in die Testphase mit Medizinstudierenden und Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung — dort entscheidet sich, ob die Simulation trägt, was sie verspricht. Weitere Ergebnisse kommunizieren wir ab September 2026.
Warum futurest an diesem Projekt arbeitet
Weil sich in medi mentor bündelt, was wir sonst getrennt tun: das methodische Verständnis dafür, wie Menschen lernen und kommunizieren — und die technische Fähigkeit, daraus ein KI-Produkt zu bauen, das im Alltag funktioniert. Was wir hier über Simulation, Rollenkonsistenz und automatisierte Bewertung lernen, fließt zurück in AIDGEN und in unsere Kundenprojekte.

